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Auf den Spuren der Uhrmacher

Die Geschichte der Uhr

Die Zunft der Uhrmacher im eigentlichen Sinne ist erst Mitte des 16. Jahrhunderts in Deutschland entstanden. Da die Erfindung der Uhr und somit der Zeitmessung und der Ermittlung von Zeitspannen tausende Jahre älter ist und man schlecht umhin kommt, auch den Erbauer einer archaischen Uhr als „Uhrmacher“ zu bezeichnen, soll an dieser Stelle wenigstens kurz auf die weit zurückliegenden historischen Spuren solcher „Uhrmacher“ hingewiesen werden.

Bereits in sehr früher Zeit waren Menschen in der Lage, das Verrinnen der Zeit in Zusammenhang mit der beobachteten Bewegung von Gestirnen zu setzen.

Im alten Ägypten hat sich die Fähigkeit zur Bemessung der Zeit schließlich erheblich weiterentwickelt. Sonnenuhr und Wasseruhr sind Erfindungen des ägyptischen Altertums und wurden schließlich von den Römern weiter verbessert. Eine Optimierung der Technologien zur Zeitmessung wurde in frühmittelalterlicher Zeit in den islamischen Ländern der Araber und Mauren vollzogen. Das so genannte Astrolabium ist beispielsweise eine Erfindung aus jenen Zeiten. Es handelt sich dabei um ein astronomisches, scheibenförmiges Gerät, mit dem anhand des Standes von Sternen und Sonne die Uhrzeit ermittelt werden kann.

In mittelalterlicher Zeit wurden verschiedene andere Uhrentypen entwickelt, die meist den Anspruch hatten, die Uhrzeit unabhängig vom Tageslicht und günstigen Wetterbedingungen ermitteln zu können. Ein Beispiel hierfür ist die Kerzenuhr, die darauf beruht, dass Kerzen einer festgelegten Form und Größe in einer bestimmten Zeit abbrennen.

Erste mechanische Uhren im modernen Sinne, die man als Räderuhren bezeichnet, tauchen in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Norditalien auf. Ihre Funktionsweise ist nur durch eine besondere technische Erfindung möglich geworden, der so genannten Hemmung. Ein Paradigmenwechsel in der Entwicklung hin zu modernen Uhren wurde hierdurch eingeleitet.

Unter Hemmung wird eine Gruppierung mechanischer Klein-Elemente bezeichnet, die die Verbindung zwischen Gangregler und Räderwerk herstellt. Hierbei gibt der Gangregler den Takt vor und ermöglicht in Wechselwirkung mit der Hemmung den regelmäßigen Gang der Uhr.

Die erste weithin sichtbare Turmuhr wurde 1370 am Palais de la Cité in Paris befestigt.

Geschichte der Urmacherei im engeren Sinne

Vor der Entstehung der Urmacherzünfte im Deutschland des 16. Jahrhunderts wurde das Handwerk des Erbauens von Uhren durch andere Berufsgruppen ausgeübt, nämlich Schmiede und Schlosser.

Ab 1540 verbreiteten sich die Uhrmachergruppierungen ausgehend von der Region um Dresden ins europäische Ausland. Es folgten „horloger“ in Paris und „clockmakers“ in London. Mit der Entwicklung immer kleiner werdender Uhren verkleinerten sich natürlich auch die einzelnen Bestandteile des Uhrwerks erheblich, was die Technik der Feinmechanik einleitete.

Geschichte der Quarzuhr

Ein weiterer Quantensprung in der Entwicklung moderner Zeitmeßinstrumente war die Erfindung des Quarzoszillators. Es handelt sich dabei um einen bestimmten Typus elektronischer Schaltungen, der als Taktgeber so genannte Schwingquarze nutzt. Zur Herstellung dieser elektronischen Einheit, die der Uhr den regelmäßigen Rhythmus vorgibt, wird ein Quarzkristall mit Elektronen verbunden, wodurch ein elektronisches Bauelement entsteht, das das physikalische Prinzip der Resonanz nutzt und somit zu einem schwingungsfähigen System wird. Auf diese Weise entstand das Quarz Uhrwerk.

Prinzipiell wurde die Quarz-Uhr bereits im Jahre 1919 erfunden. Aber erst die technische Möglichkeit zur erheblichen Verkleinerung aller notwendigen Bestandteile führte dazu, dass etwa zu Beginn der 1970er Jahre erste Quarz-Armbanduhren mit Quarz Uhrwerk für den Markt entwickelt werden konnten.

Heutzutage gibt es Unternehmen, die es Hobby-Uhrmachern ermöglichen, Quarz-Uhren selbst zu bauen. Ein bekanntes Unternehmen aus Deutschland ist die Firma Selva Technik, die für Hobby-Bastler eine hochwertige Auswahl von Quarzuhrwerken unterschiedlicher Preisklassen anbietet. Denn ein präzise laufendes Quarz Uhrwerk ist das notwendige Herzstück jeder selbst gebauten Quarz-Uhr.

Bild: Dieter Poschmann  / pixelio.de

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